05. - 06.11.2016 | Herbstrevue "No it ganz g'richt"

05.11.2016

In zwei ausverkauften Konzerten hat der Männerchor Eglofs wieder einmal unter Beweis gestellt, dass er nicht nur singen, sondern eine fernsehreife Bühnenschau auf die Beine stellen kann. Auch die zur Seite gestellten musikalischen Gäste trugen zum positiven Echo des Publikums bei.

Foto: Markus Frick
Foto: Markus Frick

Das Motto der Herbstkonzert-Revue trug den Namen "No it ganz g'richt". Was darunter zu verstehen war, wurde schnell klar: Die sangesfreudigen Herren mit ihrem Leiter Sebastian Kaufmann führten in erheiternde Weise vor, wie es bei einer Generalprobe und dann auch kurz vor dem Auftritt so zugehen kann. Der eine musste sich noch umziehen, der andere seinen "Text-Spickzettel" günstig platzieren, wieder andere hatten ihre "roten Accessoires" noch nicht dort, wo sie eigentlich hingehörten.

Schon "gerichtet" war auf jeden Fall Friedhelm Nowitzki. Nachdem seine Kollegen noch als etwas ungeordneter Haufen Buddy Hollys "It's so easy to fall in love" intoniert hatten, stellte er die Frage in den Raum: "Are you ready?" Wobei aber nicht der Chor, sondern alle die gemeint waren, die als "Caravan of love" mitziehen wollten.

Das ließen sich die Mitglieder der "Quint Essenz" nicht zweimal sagen. Sie schlüpften in die Rolle der legendären Comedian Harmonists und stellten ihre unerfüllten Sehnsüchte vor: "Heut' Nacht hab' ich geträumt dir". Der "Gute Mond", der so stille steht, lieferte die Überleitung zu dem, was für die Original-Harmonists ein schönes Märchen bleiben sollte: "Irgendwo auf der Welt gibt's ein kleines bisschen Glück".

Foto: Markus Frick
Foto: Markus Frick

Mit dem "Ba-Ba-Banküberfall" der österreichischen Band "Erste Allgemeine Verunsicherung" ging es in die Pause. Wobei diese Nummer der Lacherfolg schlechthin war: Begleitet von seinen maskierten "Komplizen" streifte "Ganove" Josef Bischofberger nur durch das von Taschenlampen erhellte Dunkel und musste schließlich einlenken: "Na gut, dann zahl' ich halt was ein!"

Weil offensichtlich die Mädchen aus Argenbühl "nur Männer lieben mit Gefühl", wurde etwas später das zu Herzen gehende Kärtner-Lied "Bist du nit bei mir" bemüht. Auch der "Chor der Gefangenen" aus Verdis Oper "Nabucco" verfehlte nicht seine Wirkung: Es wurde ganz still im Saal. Schnell wendete sich das Blatt aber wieder: Frohsinn und überschäumende Lebensfreude waren angesagt. Beste Beispiele dafür war die in Noten gesetzte Geschichte mit dem "Bschüttfass auf der Bundesstraße", die in diesem Jahr noch eine Fortsetzung erfuhr: "Mir heibet heit".

Als "Background" leisteten Jonas Herkle am Schlagzeug, Jeff Wohlgenannt am Kontrabass und Tobias Riehle am E-Piano gute Dienste.

Als mit Robbie Williams "Angels" das Ende der Revue eingeläutet wurde, da lag fast so etwas wie Wehmut im Raum. Viel zu schnell waren die kurzweiligen und erlebnisreichen Stunden vergangen. Schön, dass noch eine Zugabe geboten wurde, die noch einmal die durchweg heiteren Momente des Abends aufstrahlen ließ. Hier und da hörte man Besucher sogar mitsingen: "Zieh die Schuh aus, bring den Müll raus!" Roger Cicero ließ von den Sternen grüßen.

Quelle: Schwäbische Zeitung